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Alex und Maire: Unser Jahr in Kanada dokumentiert

Wir haben uns vorgenommen, diesen Blog halbwegs aktuell und bewusst zu führen. Die Zeit wird zeigen, wie gut diese Worte altern. Sollte dies Mitte des Sommers 2026 immer noch der erste Eintrag in diesem Blog sein: tja, Pech gehabt. Sollte es aber der erste von vielen sein, beglückwünsche ich euch, die Leserschaft, zu einem fabelhaften Lesevergnügen – und ganz besonders uns zu einem exzellenten Durchhaltevermögen.

Das sind wir auf dem Weg nach Kanada
Das sind wir auf dem Weg nach Kanada

Da wir diesen Blog eigentlich nur für Freunde und Verwandte führen – und ihr in der Regel wisst, wer wir sind –, sparen wir uns eine detaillierte Charakterisierung. Ich finde es spannender, stattdessen unsere Gedanken und Erwartungen aufzuschreiben, die wir jetzt, genau sieben Tage vor Abflug, haben.



Vor der Abreise:

Man glaubt gar nicht, was alles in so einen Rucksack passt. Das ganze Leben für die nächsten Monate ist jetzt darin. Bei uns hat das mehrere Phasen durchlaufen: Erst die „Ja klar, kann ich das gebrauchen, das passt schon“-Phase, dann die „Für 14 Tage bekomme ich locker Wäsche mit“-Phase, dicht gefolgt von „Neun Tage müssen ja auch reichen“ und schließlich der „Ich glaube, das passt, und ich bin fertig“-Phase.

Es gibt so viele Dinge – Wärmflaschen, kleine Decken, Thermoskannen oder Reiseführer –, die alle bestimmt ihren Nutzen gehabt hätten, aber dann der Krümmung des (Rucksack-)Raumes zum Opfer gefallen sind.

Was neben den ganzen nützlichen Sachen wie Kleidung, Zahnbürste und Kartenspiel jedoch wirklich unabdingbar war, war der ganze Berg an Papierkram und Dokumenten: Reisepass, Kopien, Visa, Zollerklärung, Kopien, Führerschein, Kreditkarte – und erwähnte ich Kopien schon? Maire sagte mir andauernd, ich sei „sehr deutsch“, weil ich darauf bestand, alle Pässe und Dokumente immer mindestens einmal ausgedruckt (Anmerkung Maire: Einmal ausgedruckt wäre ja noch okay, aber nicht 3x) mit mir zu führen. Ich glaube einfach, sie ist heimlich neidisch auf meine Weitsicht.


Die letzten Tage vergingen wie zähes Kaugummi, das gleichzeitig vorbeifliegt: Wir hatten noch eine Woche Zeit – und plötzlich saßen wir gefühlt schon im Flieger. Auf der anderen Seite gingen die Stunden trotzdem nicht rum. Es war eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen Vorfreude, Verabschiedungen, beruflichen Themen und privaten Krisen. Manchmal fühlten sich Minuten wie Stunden an, und man sah keinen Fortschritt – zum Beispiel beim Wohnung-Herrichten oder beim Buchen eines Handytarifs für Kanada. Und dann waren es plötzlich nur noch zwei Tage, und ich musste mich von allen meinen Freunden verabschieden. Maire tat dies einen Tag vorher (Anmerkung Maire: Nach einer mehr oder weniger erfolgreichen Häkelkrise).


Immer wieder schön, wenn das Flugzeug das bewölkte Deutschland verlässt und man mit ewigem Sonnenschein empfangen wird.
Immer wieder schön, wenn das Flugzeug das bewölkte Deutschland verlässt und man mit ewigem Sonnenschein empfangen wird.

Zack, da war der Tag der Abreise. Komischerweise haben wir beide gut geschlafen, obwohl das Wissen um den Abschied von Freunden, Familie und Katzen über uns hing. Es war schön, mit allen, die konnten, noch einen letzten Kaffee am Flughafen zu trinken und dann – mit einer Träne in beiden Augen – zum Gate zu gehen. Ich kann die Ambivalenz dieses Augenblicks nicht in Worte fassen. Die Traurigkeit des Abschieds ist unabdingbar, gepaart mit der Freude des Aufbruchs und diesem Gefühl: WIR MACHEN DAS WIRKLICH!

 
 
 

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